Viel Stealth für kleines Geld – Meine 10 Favoriten

Für gute Stealth-Spiele muss nicht immer gleich auf teure aktuelle AAA-Titel zurückgegriffen werden. Auch ältere Titel und viele Indie-Games bieten interessante Konzepte und großartige Schleichabenteuer.

Ich habe euch hier zehn meiner Favoriten zusammengestellt, die für kleines Geld zu haben sind und die ihr vielleicht noch nicht oder nicht mehr auf dem Schirm habt. Und es kann nie schaden, das eine oder andere Spiel auf den Wunschzettel zu setzen, um auf ein Schnäppchen zu warten.

Styx: Master of Shadows und Styx: Shards of Darkness

Wir spielen in Styx: Master of Shadows einen gerissenen kleinen Goblin, der den Turm von Akenash, eine riesige fliegende Burg, infiltriert. Ein magischer Weltenbaum hält hier alles am Laufen. Unser Ziel ist einerseits das Herz dieses Weltenbaums zu klauen und andererseits einen guten Freund zu befreien, der sich irgendwo in dieser Burg aufhalten soll. Allerdings lässt unser Gedächtnis zu wünschen übrig, weswegen wir uns nicht so wirklich daran erinnern, warum wir das alles tun sollen.

Da wir im direkten Kampf den Gegnern immer hoffnungslos unterlegen sind, gilt es, heimlich und mit List vorzugehen. Das wohlüberlegte Leveldesign bietet dazu jede Menge Möglichkeiten auf verborgenen Wegen, die natürlich erst gefunden werden wollen, an Gegner vorbeizuschleichen, oder sie unbemerkt zu meucheln.

Gewürzt wird das Sneaky-Gameplay immer wieder mit dem trockenen Humor unseres Protagonisten, der einem immer wieder ein Grinsen ins Gesicht zaubert.

Erschienen 2014 für Windows, Xbox One und PlayStation 4.

Wem Styx: Master of Shadows gefallen hat, dem kann ich auch den 2. Teil Styx: Shards of Darkness empfehlen.

Deux Ex: Human Revolution

Ein Klassiker in der Reihe der Schleichspiele ist Deux Ex: Human Revolution. Als Sicherheitschef einer Firma die Augmentierungen herstellt, werden wir bei einem Attentat auf ein Forschungslabor fast getötet. Wir überleben knapp und schwer verletzt und wachen aus dem Koma mit jeder Menge künstlicher Gliedmaßen versehen wieder auf. Bei diesem Attentat wurde eine Gruppe von Wissenschaftlern entführt, unter ihnen auch Adams Ex-Freundin. Wir folgen nach unserer Genesung natürlich sofort jeder Spur, die zu den entführten Wissenschaftlern führen könnte und decken dabei jede Menge Verschwörungen und Intrigen auf.

Die futuristische Umgebung schafft in Deux Ex: Human Revolution eine ganz eigene Atmosphäre und eine spannende Hintergrundstory weiß durchaus zu überzeugen. Das Leveldesign lässt viel Raum zum Experimentieren und hält jede Menge Möglichkeiten für verschiedene Vorgehensweisen bereit.

Deux Ex: Human Revolution zwingt einen allerdings nicht zum lautlosen Schleichen. Man hat hier auch die Möglichkeit das Ganze als Shooter zu spielen, dann verpasst man meiner Meinung nach aber sehr viel.

Solltet ihr das Spiel noch nicht besitzen (wie kann das denn sein?) und es doch einmal ausprobieren wollen, dann holt euch auf jeden Fall den Director‘s Cut. Hier wurden einige wichtige Änderungen vorgenommen, die bei der ursprünglichen Version doch zu einigem Frust geführt haben.

Erschienen 2011 für Windows, macOS, Xbox 360, PlayStation 3 und Wii U.

Für neuere Konsolen kann ich auch das 2016 erschienene Deus Ex: Mankind Divided empfehlen. Ich finde allerdings Deux Ex: Human Revolution noch etwas atmosphärischer.

Aragami

In Aragami werden wir als untoter Rachegeist von einem Mädchen namens Yokami beschworen. Leider haben wir die Erinnerung an unser reales Leben vor dem Tod verloren und sind somit ihren Anweisungen erst einmal ausgeliefert. Wir sollen ihr helfen, Rache an denen zu üben, die ihre Familie ermordet haben. Zudem wird sie an einem unbekannten Ort gefangen gehalten und wir müssen sieben magische Siegel zerstören, um sie zu befreien. Doch nach und nach kommt unsere Erinnerung zurück und damit auch die Zweifel, ob das alles so ganz richtig ist, was wir für Yokami tun …

Das schöne Artdesign dieses Spiels und die teilweise anspruchsvolle Schwierigkeit hat mich auf jeden Fall von Anfang an überzeugt. Aragami bedient sich zudem einer einmaligen Spielmechanik, die auf Licht und Schatten beruht, denn aus dem Schatten ziehen wir unsere Energie. Nach und nach schalten wir magische Kräfte frei, mit denen wir unser Überleben sichern. Diese verbrauchen allerdings unsere Schattenenergie  teilweise ziemlich rasch. Hier ist kluge Planung gefragt.

Nur wenige Speicherpunkte säumen unseren Weg und deshalb heißt es vorsichtig vorgehen, denn die Gegner sind unserem Assassinen kräftemäßig weit überlegen. Das Leveldesign erlaubt es uns aber an vielen Stellen unbemerkt an den Gegnern vorbeizuschleichen und somit direkte Konfrontationen zu vermeiden.

Leider sind die Coop-Server für das Game bereits abgeschaltet, was dem Schleichspaß aber keinen Abbruch tut.

Erschienen 2016 für Linux, Windows, PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch (2019) und Amazon Luna (2020).

Letztes Jahr ist Aragami 2 erschienen, das sich allerdings etwas anders spielt. Das ist nicht unbedingt besser oder schlechter, ich würde aber auf Grund der außergewöhnlichen Spielmechanik und des Gameplays den ersten Teil doch etwas mehr empfehlen.

Sniper Elite 3

Gerade ist ja Sniper Elite 5 erschienen, aber es lohnt sich aber durchaus, auch einen Blick auf die älteren Teile zu werfen, denn die sind teilweise für kleines Geld zu haben.

Mein absoluter Favorit ist hier Sniper Elite 3, denn die Wüstenszenarien haben mich gleich von Anfang an in den Bann gezogen. Wir werden als Karl Fairburne im zweiten Weltkrieg mit einem Attentatsauftrag nach Nordafrika geschickt und versuchen unter anderem ein streng geheimes Projekt aufzudecken.

Die Umgebungen der einzelnen Missionen wurden mit viel Augenmerk auf authentische Umgebungen gestaltet und hier ist das Erkunden fast Pflicht, um gute Ausgangspositionen für das Auskundschaften der feindlichen Situation und anschießende Scharfschützeneinsätze zu finden.

Waren die ersten beiden Teile noch etwas schwerfällig zu spielen, ist die Reihe mit dem dritten Teil richtig erwachsen geworden. Wer also ein gutes Sniperspiel mit vielen Schleicheinlagen sucht, sollte sich Sniper Elite 3 auf jeden Fall mal ansehen.

Erschienen 2014 für Windows, PlayStation 3, PlayStation 4, Xbox 360, Xbox One und Nintendo Switch (2019).

Dishonored: Die Maske des Zorns

Dishonored: Die Maske des Zorns schickt uns als kaiserlicher Leibwächter Corvo Attano in ein von Krankheiten und Intrigen heimgesuchtes Inselreich. In diesem großartigen Steampunk-Abenteuer leben die Menschen hauptsächlich vom Walfang, doch die blühenden Zeiten sind schon lange vorbei. Als die Kaiserin des Reichs durch ein Attentat ums Leben kommt, werden wir beschuldigt der Mörder zu sein und landen erst einmal im Gefängnis. Aber keine Angst, wir können unbemerkt entkommen. Jetzt suchen wir nach den Hintermännern dieser Verschwörung gegen die Kaiserfamilie und nach der rechtmäßigen Thronfolgerin. Unterstützt werden wir dabei durch ein mysteriöses Wesen, den Outsider, durch den wir übernatürliche Fähigkeiten erhalten.

Das Spiel fasziniert durch die verwinkelte Spielumgebung in der Inselhauptstadt Dunwall und die magischen Kräfte, die unsere Spielfigur mit der Zeit erwirbt. Beides eröffnet viele unterschiedliche Möglichkeiten, unseren Missionszielen näher zu kommen.

Auch in Dishonored: Die Maske des Zorns sollten wir nach Möglichkeit jeden Nahkampf vermeiden. Das ist durch Fähigkeiten unseres Protagonisten auch kein Problem und obwohl ich eine nicht-tödliche Vorgehensweise normalerweise bevorzuge, wäre es hier eine Schande, nicht alle übernatürlichen Kräfte (auch die tödlichen) einmal auszuprobieren.

Obwohl Dishonored: Die Maske des Zorns schon 10 Jahre auf dem Buckel hat, darf es meiner Meinung nach in keiner guten Stealth-Sammlung fehlen.

Erschienen 2012 für Windows, Xbox 360, PlayStation 3 und 2015 für Xbox One und PlayStation 4

Metro: Last Light

Das Game versetzt uns nach Moskau ins Jahr 3034. Nach einem Atomkrieg leben die Menschen in den Moskauer U-Bahn-Schächten und fristen hier ein entbehrungsreiches Dasein. Zu allem Übel gibt es unterschiedliche Fraktionen, die sich nicht immer wohlgesonnen sind. An der Oberfläche ist alles radioaktiv verstrahlt, was die merkwürdigsten Kreaturen hervorgebracht hat. Unter anderem existieren hier die totgeglaubten „Schwarzen“, telepathische Wesen, zu denen unser Protagonist Artjom eine besondere Beziehung hat. Das wird im Laufe des Spiels noch eine entscheidende Rolle spielen.

Sowohl unter- als auch oberirdisch erwartet uns eine detailreich gestaltete Umgebung, die mehr als einen oder zwei Screenshots wert ist. Zwar spielt sich das Spiel ziemlich linear, doch es bleibt immer noch Raum für Erkundungen, bei denen wertvolles Loot erbeutet werden kann.

Wer Geballer auf jeden Fall vermeiden möchte, der sollte zur Redux-Version greifen. Hier wurden viele Änderungen und Anpassungen durchgeführt, um ein komplett lautloses und nicht-tödliches Durchspielen zu ermöglichen. Obwohl Metro: Last Light immer als Ego-Shooter beworben wird, ist es für mich mit der Redux-Version ein großartiges Stealth-Spiel.

Erschienen 2013 für Windows, Linux, macOS, PlayStation 3, Xbox 360 und 2014 (Redux-Version) für Windows, Linux, macOS, PlayStation 3, Xbox One, Google Stadia und Nintendo Switch.

Metro

Hitman: Absolution

Wer sich für kleines Geld in die Welt eines Auftragskillers stürzen möchte, kann in Hitman: Absolution in die Haut von Agent 47 schlüpfen. Diana Burnwood, eine ehemalige Mitarbeiterin der International Contract Agency, für die wir ebenfalls arbeiten, verrät plötzlich Firmengeheimnisse, legt Identitäten von Agenten offen und taucht schließlich unter. Wie nicht anders zu erwarten, bekommen wir den Auftrag Diana zu eliminieren.

Während dieser Mission erfahren wir allerdings immer mehr Hintergründe zu Dianas Verhalten und uns kommen Zweifel an unserem Auftrag, was uns bald selbst zur Zielscheibe macht.

Das Spiel ist in mehrere Missionen unterteilt, deren Ziel jeweils die Eliminierung einer oder mehrerer Personen ist. Das Auskundschaften der Einsatzorte und Gewohnheiten der Zielpersonen, sowie die Planung der Durchführung des Attentats ist das Grundprinzip des Spiels. Dafür stehen uns die unterschiedlichsten Waffen und Gadgets zur Verfügung. Um unerkannt durch die Missionen zu schleichen, nutzen wir verschiedene, teils skurrile Verkleidungen und geschickte Ablenkungsmanöver.

Jede Mission bietet unzählige Möglichkeiten, die jeweiligen Zielpersonen auszuschalten, weswegen ein mehrfaches Durchspielen beinahe schon Pflicht ist.

Die spannende Hintergrundstory verbindet die einzelnen Einsätze locker miteinander und wir erfahren in Hitman: Absolution sogar Einiges aus der persönlichen Vergangenheit des Auftragskillers.

Erschienen 2012 für Windows, Xbox 360, PlayStation 3.

Hitman Absolution

Wer eine neuere Konsole besitzt, sollte sich das 2016 erschienene Hitman einmal ansehen.

A Plague Tale: Innocence

Dieses Game versetzt uns ins Jahr 1348 und die Zeit der Inquisition, der Rattenplage und der Pest. Unsere Protagonistin Amicia entkommt mit ihrem Bruder Hugo nur knapp den Truppen der Inquisition, als diese das elterliche Anwesen auf dem französischen Land überfallen. Hugo leidet an einer seltsamen Krankheit, was die Flucht nicht unbedingt einfacher macht. Offensichtlich war er der eigentliche Grund des Überfalls, denn sein Blut ist in der Lage, mächtige Fähigkeiten freizusetzen, was aber dem Geschwisterpaar erst einmal nicht bewusst ist. Eine ereignisreiche und gefährliche Flucht beginnt, auf der im Laufe der Zeit immer mehr Geheimnisse aufgedeckt werden.

A Plague Tale: Innocence weiß durch die dichte und bedrückende Atmosphäre zu überzeugen. Oft müssen wir kleinere Rätsel lösen, um uns einen Weg ins nächste Gebiet zu bahnen, was teilweise recht kniffelig sein kann. Hier ist es hilfreich, dass wir manchmal sowohl Hugo als auch Amicia abwechselnd steuern können. Zudem sind wir gut beraten, die Umgebung immer wieder intensiv nach nützlichen Gegenständen abzusuchen, denn manchen Konfrontationen müssen wir uns trotz aller Schleichanstrengungen doch stellen.

Gerade diese Mischung aus Stealth, Rätseln, der düsteren Atmosphäre und einer fesselnden Story, macht A Plague Tale: Innocence zu einem genialen Spiel.

Erschienen 2019 für Windows, PlayStation 4, Xbox One und 2021 für Nintendo Switch, PlayStation 5, Xbox Series und Amazon Luna.

Alien: Isolation

Wer Stealth gerne mit einer Prise Horror würzt, sollte sich Alien: Isolation einmal ansehen.

Wir schreiben das Jahr 2137 und wir spielen Amanda Ripley, die Tochter von Ellen Ripley. Die Handlung setzt 15 Jahre nach den Ereignissen des ersten Alien-Films auf, in dem der Verbleib von Ellen Ripley im Dunklen blieb. Amanda bekommt nun Informationen, dass ihre Mutter noch am Leben sein könnte. Wir machen uns deshalb auf zur Raumstation Sevastopol, auf der sich der Flugschreiber der Nostromo befinden soll, dem Schiff, mit dem Ellen Ripley damals verschwand.

Dort angekommen, müssen wir allerdings feststellen, dass die Sevastopol komplett verwüstet wurde und zu allem Überfluss haben wir keinen Kontakt mehr zu dem Schiff, mit dem wir hier gelandet sind. Ein Alien hat sich in der Station häuslich niedergelassen und macht nun Jagd auf die menschlichen Überlebenden. Zudem scheinen die Androiden, die eigentlich die Station am Laufen halten sollen, sich nun ebenfalls feindlich zu verhalten. Verzweifelt versuchen wir nun, der Station wieder lebend zu entkommen.

Obwohl uns in Alien: Isolation von vielen Seiten her Gefahren drohen, so ist das Alien doch die bedrohlichste. Denn hier haben sich die Entwickler etwas Besonderes ausgedacht. Das Alien folgt nämlich keinen vorgefertigten Wegen. Zufallsgesteuert taucht es unberechenbar mal hier oder mal da auf und ist zudem äußerst wachsam, wenn es um unbedachte Geräusche geht. Außerdem lernt es mit der Zeit dazu. Haben wir es mehrfach mit einer bestimmten Methode verscheucht, weiß es diese irgendwann geschickt zu umgehen. Eine geniale Spielmechanik, die uns immer wieder zum Umdenken zwingt.

Erschienen 2014 für Windows, Xbox 360, Xbox One, PlayStation 3, Playstation 4 sowie 2015 für Linux und macOS, 2019 für Nintendo Switch und 2021 für iOS und Android.

Splinter Cell: Blacklist

Ja, ja, ich weiß, an diesem Spiel scheiden sich die Geister. Trotzdem finde ich das Spiel, was die Stealth-Mechanik angeht, wirklich gut gemacht. Ich habe fast alle Teile der Splinter-Cell-Reihe gespielt, wovon jeder einen besonderen Reiz hat … außer Splinter Cell: Conviction vielleicht, das mir etwas zu sehr in die Shooter-Ecke abgerutscht ist.

Wie immer in Splinter Cell schlüpfen wir in die Rolle von Sam Fisher. Dieses Mal übernehmen wir die Leitung einer geheimen Einheit namens 4th Echelon. Auf den Spuren der terroristischen Einheit The Engineers werden wir auf gefährliche Missionen zu den unterschiedlichsten Schauplätzen geschickt. Hier gilt es die jeweils dort geplanten Terroranschläge zu verhindern.

Verschiedene tödliche und nicht-tödliche Gadgets bieten uns dabei die Möglichkeit, eine Mission auf unterschiedlichste Weise zu absolvieren. Die Umgebung können wir ebenfalls nutzen, um uns einen Vorteil zu verschaffen und dabei z.B. unbemerkt an Gegnern vorbeischlüpfen oder sie abzulenken.

Splinter Cell: Blacklist bietet dazu noch unterschiedliche Schwierigkeitsgrade was den Wiederspielwert für mich noch erhöht.

Erschienen 2013 für Windows, PlayStation 3, Xbox 360 und Wii U.

Zu Splinter Cell soll ja, Gerüchten zur Folge, ein neuer Teil in der Entwicklung sein. Zeit wird’s.

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