26 Games – “E” wie Exile

Bei “E” ist mir erst einmal gar nichts eingefallen, also habe ich mal einen Blick in meinen Spieleschrank geworfen und ganz hinten habe ich dann Exile entdeckt. Das waren noch Zeiten! Myst, Riven, Exile, Uru … Die habe ich vor über 10  Jahren alle mal mit Begeisterung gespielt. Da wird es Zeit, das Gedächtnis wieder aufzufrischen :-)

Ich tauche also ein in die Vergangenheit und ziehe die etwas angestaubte Schachtel aus dem Schrank. Die Box enthält 4 CDs (die DVD war wohl noch nicht erfunden), eine Bedienungsanleitung und sogar ein kleines Heftchen zum “Making Of”. Systemvoraussetzung: Windows 95/98/ME … alles klar?

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Die Story

Wie auch in seinen Vorgängern bewegen wir uns auf den Spuren von Atrus, der die Gabe hatte, neue Welten, die sogenannten Zeitalter, alleine durch das Schreiben von Büchern zu erschaffen. Diese Welten können dann mit Hilfe dieser Bücher betreten werden. Atrus ist Angehöriger der D’ni, eines Volkes, das durch eine Seuche fast ausgestorben ist. Er gestaltet deshalb in Exile das Zeitalter Releeshan, das seinem Volk nun als neue Heimat dienen soll. Aber bevor er sein Volk dahin bringen kann, wird das zugehörige Buch gestohlen. Und hier kommen wir dann ins Spiel. Atrus kann den Dieb nicht selbst verfolgen und deshalb werden wir losgeschickt um es wieder zu beschaffen.

Wie wir erfahren, wurde der Dieb Jahre zuvor von Atrus’ Söhnen betrogen und möchte nun an Atrus’ Familie Rache nehmen. Bei seiner Flucht lässt er allerdings ein Buch zurück, mit dem wir unsere Verfolgung beginnen. Wir landen durch das Buch in einer Art Hub-Welt J’nanin, von der aus wir jetzt unterschiedliche Zeitalter erkunden und Aufgaben lösen müssen, um das Releeshan-Buch zurück zu bekommen.

Das Spiel bietet auch drei unterschiedliche Enden, je nachdem, welche Entscheidung wir später zum Schicksal des Diebes treffen.

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Das Gameplay

Jede Welt, die wir jetzt von J’nanin aus erkunden, hat ihren eigenen Charakter. Wüste, Meer, Wälder, geheimnisvolle Maschinen oder Tiere, alles ist hier mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Wir bewegen uns in der Egoperspektive von Punkt zu Punkt, können uns aber am jeweiligen Standort um 360 Grad drehen. Das macht die Point-and-Click-Bewegungen, die ich in Spielen normalerweise ziemlich nervig finde, doch etwas erträglich. Das ist wohl auch der Grund, warum Exile kein so großer Verkaufserfolg geworden ist. Ein Point-and-Click-Spiel hatte es auch damals schon schwer sich gegenüber den neu aufkommenden 3D-Spielen durchzusetzen.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass dieses Spiel, wie übrigens auch die anderen Teile der Myst-Serie, nichts für Ungeduldige ist. Ausprobieren, viel beobachten, nachdenken, lesen der Notizen und Bücher und der Spaß am Lösen von logischen Rätseln muss man auf jeden Fall mögen, sonst lässt man das Spiel nach wenigen Stunden liegen. Zeichnungen, Geräusche, Symbole, alles kann einen Hinweis auf die Lösung der Rätsel geben. Während ich allerdings bei Myst noch einen Stapel von Notizzetteln vollgekritzelt habe, um wichtige Hinweise, Passworte oder sonstige Informationen nicht zu vergessen, hat sich das in Exile doch in Grenzen gehalten.

Teilweise sind die Rätsel aber wirklich grenzwertig schwer. Auch wenn man mal gerafft hat, wie die Lösung letztendlich aussehen soll (auch das ist schon mal oft nicht ganz einfach), ist immer noch nicht gesagt, dass man den Lösungsweg dann leicht findet. Mein Frustlevel war hier ein- bis zweimal überschritten und nach stundenlangem Rumprobieren, habe ich mir dann doch den einen oder anderen Tipp gesucht.

Grafik und Sound

Wie in allen Spielen der Myst-Reihe sind auch hier die einzelnen Zeitalter grafisch beeindruckend phantasievoll ausgearbeitet. Für ein Spiel, das schon so viele Jahre auf dem Buckel hat, kann Exile in dieser Hinsicht durchaus mit heutigen Spielen mithalten. Wunderschön texturierte Landschaften oder Gebäude haben mich damals schon in den Bann gezogen. Alleine schon deshalb habe ich diese Reihe so gerne gespielt.

Auch beim Soundtrack haben sich die Komponisten wirklich Mühe gegeben. Zu jedem Zeitalter wurde eine angemessene Hintergundmusik und entsprechende Geräusche entwickelt. Auch das ist für ein so altes Spiel nicht selbstverständlich. Wer mal reinhören will, findet hier bei Youtube eine schöne Liste.

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Fazit

Exile ist ein Spiel, das ich jedem Freund von logischen Rätseln nur wärmstens ans Herz legen kann. Exile ist ein ruhiges, stressfreies Spiel, das man auch gut zu zweit vor dem Bildschirm sitzend spielen und genießen kann. Da macht es eigentlich fast noch mehr Spaß. Die Urform des Multiplayers sozusagen :-)

Trotz der wunderschönen Umgebungen, die wirklich mit viel Liebe zum Detail gestaltet sind, hat sich bei mir irgendwann eine Übersättigung an Rätseln und den oftmals mühsamen Erkundungen eingestellt. Ich bin wirklich ein Fan der Myst-Serie und Exile habe ich noch durchgespielt, bei Uru habe ich dann erschöpft in der Mitte des Spiels aufgegeben.

Erstellt für das Blogprojekt 26 Games von arrcade.

Alle Bilder Copyright 2001 by Ubi Soft Entertainment.

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